Filmarchivierung - eine technische Herausforderung
Möglichkeiten für eine sichere und wirtschaftliche Langzeitarchivierung
Mit der Novellierung des Filmförderungsgesetzes und mit der Novellierung des Bundesarchivgesetzes soll die Sicherung des nationalen Filmerbes verbessert werden. Damit wird der kulturellen Bedeutung von Kinofilmen Rechnung getragen, die ein Spiegel unserer Geschichte und Gesellschaft sind und die es daher zu bewahren gilt. Die Filmindustrie begrüßt es sehr, wenn hier klare Regelungen geschaffen werden.
Für eine sichere und wirtschaftliche Langzeitarchivierung von analogem oder digitalem Filmmaterial bedarf es allerdings gewisser technischer Voraussetzungen. Die Filme sollen ja nicht nur gelagert, sondern zu einem späteren Zeitpunkt wieder oder weiter ausgewertet werden.
Positiv-Kopien reichen nicht aus
Mit den üblicherweise bei den Förderinstitutionen abgelieferten Positiv-Kopien ist dies kaum möglich. Das organische Material verbleicht im Laufe der Zeit und ist später nur mit erheblichem Aufwand zu rekonstruieren. Außerdem sind die Informationen auf einer Kopie nicht differenziert genug für ein neues Masterband.
Negative als Mindeststandard
Dies kann nur von einem Farbnegativ erstellt werden. Denn das Negativ enthält alle Bestandteile des Films in der gewünschten Auflösung und Definition. Und da mit der zunehmenden Digitalisierung der Kino-Wertschöpfungskette die Anforderungen an Schärfe, Farbbrillianz etc. weiter steigen, sollten die eingelagerten Filme die heute bestmögliche Qualität aufweisen. Für die meisten Produktionen ist ein Negativ die geeignete Form der Sicherung - selbst wenn es auch hier über die Jahrzehnte zu Veränderungen in der Farbwiedergabe kommt.
Digitale Archivierung noch nicht ausgereift
Ebenso sollten digitale Produktionen weiterhin analog gesichert werden. Denn es gibt noch kein digitales Archivsystem, das so leistungsfähig ist wie ein Filmlager. Bislang erweisen sich die digitalen Archive als störanfällig und auf Dauer als sehr pflege- und damit kostenintensiv. Für brauchbare digitale Sicherungskonzepte bedarf es noch weiterer Forschung und Entwicklung.
Separation Master als Königsklasse
Besonders langlebig und daher für wertvolle Projekte geeignet ist die Archivierung auf einem Separation Master. Hier werden die drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau einzeln auf Schwarzweißfilm aufgebracht, der keine organischen Stoffe enthält und mehrere hundert Jahre gelagert werden kann. Mit diesem hochwertigen Material können zu jedem späteren Zeitpunkt alle Auswertungsformate bedient werden.
Die analoge Filmtechnik ermöglicht also Langzeitarchivierung unterschiedlicher Qualität und Anwendbarkeit, die technischen Dienstleister bieten dazu Beratung, Service und Infrastruktur. Wenn die technischen Bedingungen berücksichtigt werden, kann das Filmerbe sowohl dauerhaft gesichert als auch in Zukunft wirtschaftlich genutzt werden.