VTFF kritisiert die Kürzung der Filmförderung scharf/ „Schlingerkurs rational kaum noch nachvollziehbar
Mitte vergangenen Jahres hatten sich der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) Wolfram Weimer und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil darauf geeinigt, ab 2026 rund 250 Millionen Euro jährlich für den Filmstandort Deutschland bereit zu stellen – nahezu eine Verdoppelung der Fördermittel für den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und den German Motion Picture Fund (GMPF). Jetzt setzt die Bundesregierung wieder den Rotstift an und kürzt die wirtschaftliche Förderung auf rund 200 Millionen Euro runter. „Der Schlingerkurs der Bundesregierung ist rational kaum noch nachvollziehbar. Nach dem Aufbruchsignal kommt jetzt der Sparhammer“, so VTFF-Chef Achim Rohnke. Diese Form der Politik sei das Gegenteil einer zukunftsfesten Rahmensetzung, die Vertrauen und Investitionsbereitschaft in den Produktionsstandort Deutschland schaffe. Sie erzeuge Frust und Verunsicherung in der (internationalen) Film- und Fernsehindustrie, vor allem aber bei den technisch-kreativen Dienstleistern, die dringend auf mehr Aufträge und höhere Auslastung angewiesen sind. „Viele der zumeist kleinen und mittleren Dienstleister stecken in der Krise. Wir erleben seit Jahren eine Insolvenzwelle“, so Rohnke. Das Zusammenstreichen der Fördermittel beeinträchtige auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Filmstandorts Deutschland. „Die komplizierte deutsche Förderpolitik ist ausländischen Partnern ohnehin schwer vermittelbar“, so Rohnke. „Jetzt müssen Investoren aus dem Ausland erleben, dass zugesagte Fördergelder einmal mehr nicht zur Verfügung stehen. Das kostet Investitionen und schädigt die Reputation der heimischen Film- und Fernsehindustrie.“
Der VTFF-Geschäftsführer fordert die Politik auf, das Zusammenstreichen der Filmförderung auf dem weiteren parlamentarischen Weg zu korrigieren. Rohnke: „Der Haushaltsentwurf kann in dieser Form nicht im Deutschen Bundestag beschlossen werden.“
Der Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen e.V. ist das bundesweite Sprachrohr und Netzwerk der technisch-kreativen Dienstleistungsunternehmen für Film, Fernsehen und andere audiovisuelle Produktionen. Seine Mitgliedsunternehmen kommen aus den Bereichen Außenübertragung, Kamera- und Lichtverleih, Fundus, Ton-/ Studio, Virtual Production und Postproduktion sowie VFX und repräsentieren über die Hälfte des Marktvolumens.
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