In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußern sich Michelle Müntefering (Geschäftsführerin der Produktionsallianz) und Achim Rohnke (Geschäftsführer des Verbands Technischer Betriebe für Film & Fernsehen) zur aktuellen Debatte über die Film- und Streaming-Förderung in Deutschland – vor allem im Zusammenhang mit den laufenden politischen Auseinandersetzungen um eine Investitionsverpflichtung für Streamingdienste und andere Player in der Branche.
Kernaussagen ihres Beitrags zur Filmförderung
- Forderung nach einem politischen Kompromiss
Müntefering und Rohnke betonen, dass sich die Debatte über die Investitionsverpflichtung internationaler Streamingdienste („Netflix & Co.“) und anderer Nutzer von Film- und Serieninhalten seit Monaten festgefahren habe. Sie plädieren ausdrücklich für einen politischen Kompromiss, der die Interessen aller Marktteilnehmer berücksichtigt – von Produktionsunternehmen über technisch-kreative Dienstleister bis hin zu Streamern und Sendern.
- Vorschlag: Gesetzliche Investitionsverpflichtung mit Flexibilität
Als Lösung schlagen sie eine gesetzliche Verpflichtung zu Investitionen vor, die jedoch mit klar definierten Öffnungsklauseln versehen sein soll. Diese Öffnungsklauseln sollen es ermöglichen, flexible und marktgerechte Lösungen zwischen den Partnern zu finden, ohne den Rahmen starr vorzugeben. Sie sehen darin einen Weg, sowohl Sicherheit und Planbarkeit für die Branche zu schaffen als auch Flexibilität für unterschiedliche Geschäftsmodelle zu erlauben.
- Stärkung des Filmstandorts Deutschland
Laut den beiden Verbandsvertretern ist ein solches Modell nicht nur fair gegenüber allen Beteiligten, sondern auch geeignet, die gesamte Wertschöpfungskette in Deutschland zu stärken. Ein klares politisches Signal sei nötig, um zu zeigen, dass die Bundesregierung handlungsfähig ist und den Produktionsstandort ernst nimmt.
- Dringender politischer Handlungsbedarf
Müntefering und Rohnke warnen davor, dass sich die Blockade in der Regierung negativ auf Beschäftigung, Investitionen und internationale Kooperationen auswirken könnte, falls keine Einigung vor der Berlinale erzielt werde. Sie fordern ein klares politisches Bekenntnis statt weiterer Diskussionen.
5. Aufhebung des Sperrvermerk
Mit einem Investitionsgesetz müssen die blockierten 120 Millionen Euro für die Bundesfilmförderung freigegeben werden. Andernfalls droht ein Fehlstart ins Produktionsjahr 2026 mit unmittelbaren Folgen für Beschäftigung, Investitionen und internationale Kooperationen.
6. Signal der Handlungsfähigkeit
Kurz vor der Berlinale erwartet die internationale Branche ein klares Bekenntnis zum Filmstandort Deutschland. Planungssicherheit und ein verlässlicher ordnungspolitischer Rahmen sind keine kulturpolitische Gefälligkeit, sondern eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit.




